Obst

Unser Obstkonsum liegt zwischen 130 und 140 kg pro Jahr, von denen wir etwa ein Drittel in Form von Saft und anderen Zubereitungen zu uns nehmen. Weil Frischobst vergleichsweise schwer ist, wird sein Wasserbedarf leicht unterschätzt. Mehr als die absoluten Werte an virtuellem Wassers sagt deshalb ein Blick auf das Bewässerungswasser, dessen Bedarf von Herkunft und Anbauform abhängt.

Bananen: Nur Bio schont das Wasser

Die beim Anbau und Transport eingesetzten Schutzfolien sind häufig mit Pestiziden imprägniert (Foto: Studio Five / iStockphoto)

Bananen haben ganzjährig Saison, denn sie wachsen in den niederschlagsreichen Tropen und Subtropen. Dennoch werden viele Bananen-Monokulturen zusätzlich bewässert. Zu Wassermangel in den Anbaugebieten trägt das aber kaum bei, denn die Regenfälle von 1.000 bis 2.500 mm pro Jahr gleichen die Entnahme aus. Ein großes Problem ist allerdings die Verschmutzung des Wassers. Damit die Plantagen leicht bewirtschaftet werden können, hält man den Boden zwischen den Pflanzen offen. Jeder Regen spült dann Feinerde, synthetischen Dünger und Pestizid-Rückstände in die Oberflächengewässer. Auch die Vorbereitung von konventionell erzeugten Bananen für den Transport trägt stark zur Wasserverschmutzung bei.

Im Bio-Anbau treten solche Belastungen nicht auf. Wer Bio-Bananen kauft, die mittlerweile auch in Supermärkten und von Discountern angeboten werden, hilft, das Wasser in den Anbauländern zu schonen.

Äpfel: Entwarnung an der Apfelfront

Der Apfel ist das deutsche Lieblings-Obst. Im gemäßigten Klima liefert er hohe Qualität und braucht in der Regel keine Bewässerung. Apfelplantagen sind aber auch bei uns manchmal mit Beregnungsanlagen ausgestattet, um Bäume während der Blüte vor Frostschäden schützen zu können.

Beim Kauf hiesiger Äpfel muss man trotz des virtuellen Wassergehalts von 213 l pro kg Früchte keine Sorge haben, zum Wassermangel beizutragen. Wichtiger ist ein Blick auf die CO2-Bilanz unterschiedlicher Herkünfte: Berechnungen zeigen, dass auch die monatelange Lagerung deutscher Äpfel weniger Energie verbraucht als beispielsweise der Import frischer neuseeländischer Äpfel nach Europa.

Beim Kauf deutscher Äpfel muss man keine Sorge haben, zum Wassermangel beizutragen

Orangen: Bitte nicht aus Afrika

Pro Jahr konsumiert jeder Deutsche im Schnitt über 40 kg Zitrusfrüchte. Am beliebtesten sind süße Orangen, die in den Monaten November bis Mai aus den Mittelmeerländern importiert werden. Zitrusfrüchte reifen nach der Ernte nicht nach und sind nur einige Wochen haltbar. Die zwischen Juni und Oktober angebotene Ware stammt deshalb meist aus Südafrika. Orangen sind gut an das mediterrane Klima mit Winterregen und heißen Sommern angepasst. Um die Erträge zu steigern, werden sie aber intensiv bewässert. Ökologisch untragbar ist die Anlage von Zitrusplantagen in Wüsten, wobei der Gesamt-Fußabdruck eher verschleiert, wie kurzsichtig diese Praxis ist. Im Mittelfeld liegen spanische und italienische Orangen. 

Beim Kauf deutscher Äpfel muss man keine Sorge haben, zum Wassermangel beizutragen

Empfehlung für den Einkauf

  • Um die Wasserreserven in Trockengebieten zu schonen, kann man den Konsum zeitlich einschränken: Bis auf ganzjährig verfügbare Zitronen sollte man Zitrusfrüchte nur von Dezember bis April kaufen. Zwischen Juni und Oktober bekommt man bei uns südafrikanische Ware, die sehr wasserintensiv produziert wird.
  • Auf Herkunft achten: Italienische, griechische und türkische Orangen schneiden besser ab als spanische. Am ungünstigsten sind israelische und nordafrikanische Orangen.
  • Bio bevorzugen: Die Böden im Bioanbau sind humusreicher und speichern Feuchtigkeit deshalb besser. Außerdem wird kein Wasser durch Dünger oder Pestizide verunreinigt. Im konventionellen Anbau in Südeuropa schlägt das immerhin mit 40 bis 50 l pro kg Orangen zu Buche.
  • O-Saft ist vertretbar: In Deutschland verkaufter Orangensaft wird vorwiegend aus brasilianischem Orangensaftkonzentrat hergestellt. Die Niederschläge in den dortigen Anbauregionen decken den größten Teil des Wasserbedarfs, so dass die Menge an Bewässerungswasser unter 10 l pro kg Früchten liegt. Die Klimabelastung, die mit dem Transport über den Atlantik einhergeht, wäre bei völligem Verzicht vermeidbar, fällt aber buchstäblich wenig ins Gewicht, da das Saftkonzentrat nur 1/6 von frischen Früchten wiegt. Das spart Treibstoff.

 

 

 

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Die Inhalte dieser Seite sind ein Auszug aus dem Ratgeber "Virtuelles Wasser - Weniger Wasser im Einkaufskorb" 
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