Getreide

Keine Nahrungspflanze auf unserem Globus bedeckt größere Flächen als der Weizen. Weltweit werden jährlich 1,087 Billionen m3 Wasser für die Weizenproduktion verbraucht, das ist etwa so viel Wasser, wie in den vergangenen 15 Jahren den Rhein hinuntergeflossen ist. Etwa ein Fünftel des weltweit genutzten Bewässerungswassers wird im Reisanbau verwendet und ein großer Anteil des weltweit „verschobenen“ virtuellen Wassers wird in Form von Reis im- und exportiert. 

Weizen wird in unterschiedlichen Regionen angebaut. Je trockener das Klima, desto höher der Wasserbedarf

Weizen weltweit

Im weltweiten Mittel werden für die Produktion von 1 kg Weizen 1.826 l Wasser benötigt, 70 % davon stammen direkt aus Niederschlägen, 19 % sind zusätzliches Bewässerungswasser und 11 % sind graues Wasser, also jener Anteil, der beim Anbau von Weizen durch Dünger und Pestizide verschmutzt und damit für andere Zwecke unbrauchbar wird. Da Weizen in den gemäßigten Zonen ebenso angebaut wird wie in Trockenklimaten, gibt es große regionale Unterschiede. 

Weizen in Deutschland

Deutscher Weizen wird ohne künstliche Bewässerung und damit wasserschonender produziert. Unter den Brotgetreide-Produzenten gehört Deutschland wegen seines gemäßigten Klimas also zu den Begünstigten. Für 1 kg Weizen sind hierzulande „nur“ 783 l Wasser nötig. Bedenklich stimmt allerdings der darin enthaltene Anteil für das „graue Wasser“ von 187 l/kg. 

Reis: Der Monsun macht’s möglich

Eigentlich braucht Reis nicht viel Wasser. Der Nassanbau dient der Unterdrückung von Unkraut (Foto: J. Roode / iStockphoto)

Die für die Reisproduktion errechneten Wasserfußabdrücke sind nicht zwangsläufig als Gefahr für die Wasserversorgung zu betrachten. Ein Beispielpaar macht das deutlich: Marokkanischer Reis verbraucht pro kg im Schnitt 2.600 l Wasser, Thailändischer dagegen 3.412 l. Dennoch verursacht der Reisanbau in Marokko viel größere Wasserprobleme, denn dort fallen vergleichsweise wenig Niederschläge. Der hohe Wasserbedarf wird deshalb durch Bewässerung gedeckt, das Verhältnis von Regen (grün) zu Bewässerung (blau) beträgt dort 1:4. Thailändischer Reis dagegen nutzt räumlich und jahreszeitlich die tropischen Monsunregen und bezieht den größten Teil des Wassers direkt aus dem Niederschlag. Hier kehrt sich das Verhältnis um und beträgt 5:1. 

Reisanbau im trockenen Marokko ist besonders bewässerungsintensiv

Empfehlung für den Einkauf

  • Die höchste Einsparung an „Getreidewasser“ erreicht man durch eine Verringerung seines Fleischkonsums, weil dann weniger Importweizen und andere wasserintensive Futterpflanzen produziert werden müssen. 
  • Auch beim Reis trägt die Wahl von Bioprodukten zur Vermeidung von Wasserverschmutzungen und damit zu einer Verkleinerung des Wasserfußabdrucks bei. Reis aus Uruguay und Pakistan sowie Reis aus Ländern mit mediterranem Klima belasten den Wasserhaushalt dieser Länder stärker als Reis aus den asiatischen Monsunländern Indien und Thailand. 

Links

Eine Übersicht zu den deutschen Reismühlen und ihren Produkten finden Sie über www.reismuehlen.de

Grafiken zu Brotgetreideproduktion und –konsum in Deutschland: www.gmf-info.de/medi/bildung/Uebersicht-Diagramme_2010-05.pdf

Einzelheiten zu Umweltproblemen durch Reisanbau im Becken des Rio Uruguay:
www.unep.org/dewa/giwa/areas/reports/r38/causal_chain_analysis_giwa_r38.pdf

Reisanbau im Nahen Osten (Marokko bis Pakistan): www.fao.org/world/regional/rne/MoreLinks/Irrig/RiceirriginNE.pdf

 

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Die Inhalte dieser Seite sind ein Auszug aus dem Ratgeber "Virtuelles Wasser - Weniger Wasser im Einkaufskorb" 
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