Baumwolle

Die wichtigsten Anbauländer sind China, Indien, USA, Pakistan, Brasilien, Usbekistan, Türkei und Ägypten. Im weltweiten Durchschnitt werden für die Produktion von 1 kg Baumwolle rund 11.000 l Wasser benötigt. Ein großer Teil der in Deutschland getragenen Baumwolle kommt aus Indien, wo für 1 kg Baumwolle sogar mehr als 23.000 l Wasser eingesetzt werden. Weltweit werden für die Baumwollproduktion jährlich 256 Kubikkilometer Wasser benötigt – eine Menge, die ausreichen würde, um jeden Erdenbürger pro Tag mit 120 l Frischwasser zu versorgen.

Der Baumwollanbau ist besonders bewässerungsintensiv

Was in unseren Klamotten steckt

Nicht nur schädlich für die Umwelt, sondern auch für

Baumwolle besitzt ein positives Image: natürlich, hautfreundlich, gesund. Für die Umwelt ist ihre Produktion jedoch alles andere als positiv. Im konventionellen Anbau, der über 99,5 % der Welternte liefert, werden auf den Feldern große Mengen problematischer Stoffe ausgebracht: Synthetische Dünger steigern die Wuchsleistung, Totalherbizide entlauben die Pflanzen, damit die Samenwolle maschinell geerntet werden kann, und giftige Pflanzenschutzmittel sollen Baumwollkapselkäfer töten. Etwa ein Viertel der weltweit im Ackerbau eingesetzten Insektizide werden auf Baumwolle versprüht, obwohl die nur 1/40 der Weltackerfläche bedeckt. Die Rückstände gelangen in Böden und Trinkwasser. Hinzu kommt die immense Wasserverschwendung: Baumwolle wird zunehmend in Gebieten mit Halbwüsten-Klima angebaut. Um hohe Erträge zu erzielen, zapft man Oberflächengewässer an oder pumpt Grundwasser auf die Felder.

Worauf man beim Kauf achten sollte

Nur ein kleiner Teil der Baumwollfelder wird heute noch per Hand beerntet (Foto: Brasil2 / iStockphoto)

Kleidung, die auf dem Etikett keinen entsprechenden Hinweis trägt, besteht aus konventionell erzeugter Baumwolle. Bei deren Anbau wird kaum Rücksicht auf ökologische Belange genommen. Hersteller von Öko-Baumwollkleidung bewerben ihre Produkte dagegen mit entsprechenden Siegeln, denn „Fair“ und „Bio“ sind wichtige Qualitätsargumente. Das Problem für den Käufer ist, im Schilderwald zwischen echten Standards und Etikettenschwindlern zu unterscheiden.

Fair gehandelte und Öko-Baumwolle steht in der Regel für eine gerechte Entlohnung der Bauern und Textilarbeiter bzw. für Gesundheitsschutz durch den Verzicht auf Pestizide. Der schonende Umgang mit dem Lebensmittel Wasser wird bislang erst wenig beachtet. Obwohl es kaum Baumwollprodukte gibt, die garantiert wasserschonend hergestellt wurden, erfüllt fair gehandelte Bio-Baumwolle die Ansprüche des Umweltschutzes am ehesten, denn Bio-Baumwolle stammt überwiegend von Flächen, deren Humusgehalt durch Gründüngungspflanzen oder Gaben von Stallmist und Kompost verbessert wird.

Empfehlung für den Einkauf

  • Textilien länger nutzen. Je höher die Lebensdauer, desto günstiger die Ökobilanz. Achten Sie auf gute Qualität. Abgelegte Kleidung kann man verschenken, verkaufen oder tauschen. Umgekehrt findet man in Second-Hand-Läden manches hochwertige Textil zu einem günstigen Preis.
  • Hanf und Leinen bieten als Faserpflanzen für Oberbekleidung umweltschonende Alternativen, denn für die Produktion von einem kg dieser Textilien wird nur etwa ein Viertel der Wassermenge benötigt (2.500 l) wie bei Baumwolle (11.000 l). In unseren Breiten reicht dafür das Niederschlagswasser. Das Grundwasser wird geschont.
  • Kunstfasern sparen zwar ebenfalls Wasser, sind aber biologisch nur schwer abbaubar und belasten die Umwelt bei der Entsorgung.
  • Bezugsquellen für Textilien aus Bio-Baumwolle:
    http://de.hessnatur.com
    http://maas-natur.de

 

 

 

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Die Inhalte dieser Seite sind ein Auszug aus dem Ratgeber "Virtuelles Wasser - Weniger Wasser im Einkaufskorb" 
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