Agro-Kraftstoffe

So genannte Bio-Kraftstoffe ersetzen in speziellen Motoren die aus Mineralöl hergestellten Kraftstoffe Benzin bzw. Diesel oder werden diesen beigemischt. Die Vorsilbe „Bio“ besagt übrigens nicht, dass diese Kraftstoffe umweltverträglich hergestellt werden. Sie sind aber im Gegensatz zu fossilem Mineralöl biogen, also durch Verarbeitung von Organismen, hier Anbaupflanzen, hergestellt. Ethanol wird aus stärke- oder zuckerhaltigen Pflanzenteilen gewonnen. In Europa haben Zuckerrüben und Weizen die größte Bedeutung, in den USA Körnermais und in tropischen Ländern Zuckerrohr. Zur Herstellung von Bio-Diesel wird in Europa meist Raps, in den USA Soja und in tropischen Ländern am häufigsten die Ölpalme angebaut. Die Nutzung von Bio- statt Mineralöl-Kraftstoffen kann die Umwelt entlasten, verursacht aber beim Wasser auch vielfach neue Probleme, wie die Übernutzung von Grundwasservorkommen für die Bewässerung von Maiskulturen in den USA.

Weltweite Mittelwerte der Wasserfußabdrücke von Agro-Kraftstoffen

Der Anbau von Nahrungspflanzen zur Kraftstoffproduktion ist aber vor allem ein ethisches Problem, nicht zuletzt weil dadurch Lebensmittel knapp und teuer werden können. Um ein Mittelklasseauto mit durchschnittlicher Fahrleistung ein Jahr lang zu betreiben, ist genau so viel Getreide notwendig wie auf einem Hektar Acker wächst. Mit diesem Getreide können aber stattdessen 18 Menschen ein Jahr lang ernährt werden. Umwelt- und sozialverträglicher erscheint die enzymatische Umwandlung und Destillation von pflanzlichen Abfällen. Im industriellen Maßstab ist sie bisher noch nicht praktikabel.

 

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Die Inhalte dieser Seite sind ein Auszug aus dem Ratgeber "Virtuelles Wasser - Weniger Wasser im Einkaufskorb" 
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